Wasser für die Küssaburg

Vorwort:

Wolf Pabst beschreibt in seiner erfunden Geschichte den Werdegang seiner Hauptfigur Peter von Grendelbruch vom Mühlebauer zum Spezialisten für Wasserversorgung im Mittelalter. Gleichzeitig lässt er seine Hauptfigur die Geschichte lebendig werden, die das Elsass, den Hochrhein und den Klettgau betreffen.

Die Geschichte:

Peter von Grendelbruch wird im Jahr 1586 als Sohn des Haushofmeisters der Burg Grendelbruch in Girbaden geboren. Er wächst dort auf und erlebt das Leben auf einer Burg. Dazu gehört auch die Versorgung der Burg mit Lebensmittel und Wasser. Es gibt zwar eine Zisterne, aber das Trinkwasser wird aus dem Ort Grendelbruch zur Burg transportiert.

Von seinem Vater und seinem engsten Mitarbeiter Josua lernt er frühzeitig das Rechnen mit arabischen Zahlen und die Kunst die Kosten für geplante Maßnahmen im voraus zu berechnen.

Im Alter von zwölf Jahren nimmt ihn sein Vater auf eine lange und beschwerliche Reise nach Venedig mit. Dort erlebt der Junge zum ersten Mal den regen Handel mit Metallen für die Verarbeitung zu Waffen, den Handel mit neuartigen Waffen und auch die Vielfalt an Waren. Sogar Sklaven kann man auf dem Markt kaufen. Sein Vater kauft einen Sklaven namens Rostan, der aus Persien stammt. Der besondere Wert dieses Sklaven liegt darin, dass er Handwerker und mit Wassertechnik und dem Transport von Wasser vertraut war.

Nach der Rückkehr in Grendelbruch beginnt Peter von Grendelbruch eine Lehre in der Zimmerei seines Patenonkels. Dort lernt er unter anderem den Bau der Deichelrohre, von Hand gebohrter Wasserrohre aus den Stämmen von astfreien Weisstannen.

Nachdem sein Onkel vom Bauvorhaben vom Herzog Christoph, Graf von Württemberg an der Schlossanlage Neuenbürg, im Schwarzwald gehört haben, laden sie ein Deichelrohr und Werkzeug auf einen Esel und ziehen dorthin. Die Burganlage sollte eine Wasserleitung erhalten und sein Onkel konnte sich nicht vorstellen wie das gelingen konnte.

Der Weg führt sie durch den Nordschwarzwald und wichtige Strassen und namhafte Städte. Schnakenschwärme und die ungewohnte Überquerung einer Brücke über den Rhein gehören zu den schwierigen Bedingungen des Pfades wie auch das Gebirge selbst und seinen steilen Wegen.

Auf ihrem Weg zum Herzog Christoph übernachten sie auch auf der Burg Fautsberg und kommen schliesslich auf dem Schloss Neuenbürg an.

Nach zwei Monaten beenden sie den Bau von Deichelrohren und kaufen für den Rückweg Eisen in Waldrennach ein. Der Weg führt sie über die „Strassburger Strasse“ zurück nach Hause nach Grendelbruch.

Das Wissen des persischen Sklaven Rotan ist unschätzbar auch was das Wissen um die Wasserqualität angeht. Er erzählt von persischen Ärzten, die behaupten, dass im Wasser und im menschlichen Körper kleine Würmer seien, die man nicht sehen kann. Die einen Würmer seien gut und die anderen Würmer machen krank. Die schlechten Würmer befänden sich im Schmutz und im Schlamm und sogar das Berühren eines Kranken kann sogar krank machen. Schutz dageben würde regelmässiges Händewaschen und Kräuter helfen. Als dann der edle Herr von Rathsamhausen zum Stein von einem Eber angefallen wird, kann er ihn mit einem Kräuterbad aus Thymian und Quendel heilen.

Im Alter von 15 Jahren wird Peter von Grendelbruch zu einem befreundeten Mühlebauer nach Andlau in die Lehre geschickt. Dort lernt er sowohl den Bau und Reparatur von Zahnrädern für Wasserräder. Nach vier Jahren Lehrzeit wird er von der Zunft der Mühlärzte freigesprochen und begibt sich als Geselle im Mühlehandwerk auf die Walz. Er wird vom Sohn seines Lehrmeisters Andres begleitet.

Es sind unruhige Zeit und so meiden sie grosse Städte, um nicht als Soldaten bei einem Fürsten dienen zu müssen.

Sie kommen nach Weissenburg und auf die Burg Berwartsstein. Sie besitzt einen 104 Meter tiefen Brunnenschacht, der mit der Zeit immer mehr durch Steine, gerissene Seile und Kot von Tauben verunreinigt wurde.

Die nächste Station der beiden Mühlenbauer ist Maulburg mit seinem Zisterzienserkloster, wo nur noch ein alter Mönch übrig geblieben ist. Dieser sorgte unter anderem dafür, dass im ganzen Kloster das Wasser sauber bleibt.

Weitere Stationen  … folgen.

Es wird Herbst, die Nächte werden schon empfindlich kalt. Peter und Andres haben noch immer keine Anstellung in einem Winterquartier gefunden. So gelangen sie schliesslich in das kleine befestigte Städtchen namens Tiengen.

 

-- Fortsetzung folgt --

 Der Autor:

Wolf Pabst war früherer Bereichsleiter der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein (Waldshut-Tiengen) und beschäftigt sich seit seiner Pensionierung mit dem Malen von Aquarellen und der Kulturgeschichte des Hochrheins.

 

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