kuessaburg-vom-suedosten

Burgbrunnen / Wasserversorgung

Württemberger berichtet in seinem Epos "Elsbeth von Küssaberg" von der Sage, daß der Burgbrunnen bis auf das Niveau des Rheines hinunter reichen würde. Dies trifft jedoch selbstverständlich nicht zu. Der Brunnen war etwa 60 bis 80 m tief. Der Schacht durchstieß eine brüchige Kalksteinschicht, welche als "wohlgeschichtete Kalke" bezeichnet wird – unterer Malm, auch als ma2 oder Jura ß ("beta") bezeichnet. Der Boden des Brunnens reichte vermutlich bis in die sogenannten Impressa- Schichten.

Diese Schichten bestehen aus dicht gelagertem, weitgehend wasserdichtem Mergel-Material. Man bezeichnet sie auch als Lochenfazes oder 1o. Auf dieser Trennschicht sammelte sich wohl einiges Wasser, jedoch war es bei dem kleinen Einzugsgebiet zu wenig, um die gesamte Burg zu versorgen. Daher mußte das von den Dächern der Gebäude ablaufende Regenwasser in Zisternen geleitet werden. Selbst das Hofabwasser wurde noch zum Tränken der Tiere verwendet. In Friedenszeiten holte man das Frischwasser aus einer Quellableitung beim Schloßhof, die heute noch einen Brunnen speist. Im Belagerungsfalle war man auf das Brunnen- und Zisternenwasser angewiesen. Daß es tatsächlich einen Burgbrunnen gab, vermutet der Verfasser, weil er auf der Schwäbischen Alb in verschiedenen Dörfern der Hochfläche ähnliche Brunnen gesehen hat, die ebenfalls etwa 80 m tief waren und bis hinab zur stauenden Impressa-Schicht gingen.

 

 

joomla template